Haarausfall durch eine Geburt

Die vermehrt ausfallenden Haare sind zusätzlich zur Geburt, dem anschließenden Baby-Stress und einem Haushalt, der geführt werden muss, eine hohe Belastung. Finden sich viele Haare in Kamm, der Dusche oder dem Kopfpolster, steigen die Sorgen. Ein Teufelskreislauf beginnt. Anstatt sich zu verängstigen, sollte man jedoch dieses Signal des eigenen Körpers wahrnehmen und sich klar machen, dass Haarausfall vor allem nach einer Geburt vollkommen normal ist.

Immerhin 40 bis 50% der gebärenden Frauen verlieren innerhalb von drei Monaten nach der Geburt mehr Haare als üblich. Das Östrogen im Blut erhöht sich während der Schwangerschaft. Dadurch bleiben die Haarfollikel in der Wachstumsphase und das gesunde Haarwachstum wird angeregt. Ein Grund, warum die Haare während der Schwangerschaft oftmals so gesund und voll aussehen.

Schwangerschaft stört Wachstumszyklus

Eine Geburt ruft schockartig wieder den alten Wachstumszyklus zurück. Wenn die Wachstumsphasen jedoch unterbrochen oder gestört werden, kann das Haar in einer der Phasen stecken bleiben. Wenn sich der Hormonstatus nach der Geburt langsam wieder normalisiert, werden auch die Haarfollikel in ihren normalen Zyklus zurück befördert. Befinden sich viele Haare in der Telogen- oder Ruhephase, fallen auch sehr viele gleichzeitig aus. Und finden sich plötzlich auf dem Polster oder der Dusche wieder.

Für gewöhnlich ist diese Art des Haarausfalls umkehrbar, sobald sich der Körper wieder eingestellt hat und der Stress bzw. das Trauma der Geburt nachlässt. Es gibt allerdings kein Medikament, das vor dem postpartalem Haarausfall schützt. Die Haare sollten jedoch innerhalb von drei bis sechs Monaten von selbst wieder nachwachsen.

Präventive Maßnahmen

Vorsichtsmaßnahmen können aber dennoch getroffen werden. Wenn der Haarausfall ein beunruhigendes Ausmaß erreicht, kann der Frauenarzt das Hormon-Level bestimmen. Außerdem sollte man auf sehr streng gebundene Zöpfe und Frisuren verzichten, da diese einen zusätzlichen Druck auf die Haarfollikel ausüben und sogar Entzündungen auslösen können. Auch der Fön sollte nicht mit sehr hoher Hitze an's Haar oder gar direkt an die Kopfhaut kommen. Auf andere Styling-Geräte, wie Glätteisen & Co., sollte man öfter verzichten.

Auch die Ernährung kann einen positiven Einfluss auf das Haarwachstum haben. Vitamin- und eiweißreiche Lebensmittel sowie Vollkornprodukte sind dabei unverzichtbar. Hier lesen Sie mehr darüber, wie Sie Haarausfall auch während oder nach der Schwangerschaft vorbeugen oder zumindest positiv beeinflussen können.